Tag des Friedhofes am 20. September 2026

Wälder schützen, natürlich bestatten – nachhaltiges Gedenken 
im RuheForst® Südpfälzer Bergland Wilgartswiesen

„Unter allen Wipfeln ist Ruh´“: – unter dem sommerlichen Kronendach der alten Buchen im RuheForst® Südpfälzer Bergland Wilgartswiesen laden Holzbänke die Besucher während eines Spazierganges zum Verweilen ein. Die Nachmittagssonne im Spätsommer und Frühherbst taucht von Westen her das Gelände in ein warmes Licht und lässt das noch grüne, sich langsam verfärbende Laub der Bäume in den unterschiedlichsten Tönen strahlen. Dabei streicht ein sanfter Wind durch die Blätter, eine wohltuende, entspannende Atmosphäre, ein Ort der Ruhe und des Trostes inmitten alter Bäume, ganz im Sinne des diesjährigen Mottos des bundesweiten Aktionstages: „Friedhöfe: Oasen der Natur – Pflege der Seele“.

Am Tag des Friedhofes werden bundesweit auf Friedhöfen Veranstaltungen angeboten mit dem Ziel, auf deren kulturhistorische und soziale Bedeutung für unsere Gesellschaft sowie auf die wichtigen klimatischen und ökologischen Funktionen aufmerksam zu machen, die große, alte und besonders die parkähnlich angelegten Friedhofsanlagen und vor allem natürliche Bestattungswälder mit altem Baumbestand erfüllen.

Friedhöfe und Bestattungswälder stellen nicht ausschließlich für trauernde An- und Zugehörige verstorbener Menschen eine Oase der Ruhe und des Friedens dar. Als Orte der Begegnung sind sie offen für jeden und zur inneren Einkehr ein. Sie sind Ruhestätte, Orte der Trauerbewältigung, Lebensraum für Fauna und Flora.

Der Tag des Friedhofes hat auch zum Ziel, die sich im Wandel befindende Bestattungs- und Trauerkultur in unser Bewusstsein zu rücken. Der Aktionstag lädt zu einer gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit dem vielfach negativ besetzten Thema Abschiednehmen, Sterben, Tod und Trauer ein. Dabei soll aber keineswegs ein düsteres Bild gezeichnet werden. Vielmehr geht es darum, Ängste abzubauen, Tod und Trauer zu enttabuisieren und einen entspannteren, selbstverständlicheren Umgang mit dem Tod als Teil des Lebens zu erreichen.

Nirgendwo werden uns die natürlichen Prozesse, die Lebenskreisläufe von Werden und Vergehen mehr vor Augen geführt als in dem sensiblen Ökosystem eines alten, natürlichen Waldes. Die RuheBiotope® im RuheForst® Südpfälzer Bergland Wilgartswiesen verkörpern diesen Wandel auf eindrucksvolle Weise und stellen den Bezug zu Leben und Tod her.

Wer einen geliebten Menschen am Fuße einer alten, bemoosten Buche beigesetzt hat und sich auf den Trost der Bäume einlässt, empfindet die Energie, die von solchen Bäumen ausgeht, als tröstlich, kann zur Ruhe kommen, innehalten, Kraft für sich schöpfen.

Die von der RuheForst® GmbH herausgegebene Broschüre „Letzte Ruhe im RuheForst® – nachhaltiges Gedenken“ gibt einen umfassenden Einblick in die ökologische Bedeutung von Wäldern, die für uns alle – aber auch für alles Leben auf dieser Erde – von unschätzbarem Wert sind. Sie zu schützen und für die Zukunft zu erhalten: dazu leisten RuheForste® einen erheblichen Beitrag, denn RuheForst®-Wälder sind für den Zeitraum von 99 Jahren unter Schutz gestellt, die Bäume können in Ruhe alt werden. Rund 90 RuheForste® sind aktuell bundesweit in Betrieb bzw. kurz vor Eröffnung; etliche weitere befinden sich bei der RuheForst® GmbH in der Planung.

Wer sich einen ersten persönlichen Eindruck von dem herrlichen alten Buchen-Mischwald im RuheForst® Südpfälzer Bergland Wilgartswiesen verschaffen möchte, ist herzlich zu einer allgemeinen Info-Führung eingeladen. Für die Auswahl eines RuheBiotopes® vereinbart das RuheForst®-Team Einzeltermine, bei denen individuelle Fragen besprochen und das vertragliche Nutzungsrecht an einem RuheBiotop® erworben werden kann.

 Nächste Info-Führungen:   Termine

 

Memento-Tag am 8. August 2026

Veranstaltung mit Sabine Englert fand großen Zuspruch

Auch in diesem Jahr hat der RuheForst® Südpfälzer Bergland Wilgartswiesen am 8.8. wieder anlässlich des Memento-Tages zu einer Veranstaltung eingeladen, die von Sabine Englert, bekannt als freie Rednerin u.a. auch bei Abschiedsfeiern im RuheForst, gestaltet und moderiert wurde.

Der Titel „Hände – was sie uns erzählen, woran sie uns erinnern“ machte neugierig und so fanden sich am späten Sonntagnachmittag rund 35 Menschen im stimmungsvoll dekorierten Pavillon im RuheForst der Gemeinde Wilgartswiesen ein.

Zur Begrüßung erhielt jeder Gast eine Schwimmkerze, welche dann mit den ihr anvertrauten Gedanken in eine Wasserschale gelegt wurde. Kleine Kärtchen, auf denen Jede*r notierte, was ihm bzw. ihr beim Betrachten der eigenen Hände spontan einfiel, wurden zu einem Windspiel aufgehängt.

Nach einer kurzen Begrüßung und Einleitung zum Motto des bundesweiten Aktionstages „Memento: end-lich leben!“ nahm Sabine Englert ihr Publikum mit auf eine interaktive Erinnerungsreise, bei der die Hände im Fokus standen.

Die Idee zu diesem Thema gründet auf dem Buchprojekt „Meine Hände – mein Leben“, das Sabine Englert im Rahmen ihrer Hospizarbeit initiiert und gemeinsam mit dem Ambulanten Hospiz- und Palliativ-Beratungsdienst Südwestpfalz e. V. umgesetzt hat.

Sie gab die Geschichte eines hochbetagten Interviewpartners aus dem Buch wieder und inspirierte so die Anwesenden dazu, sich beim Betrachten ihrer Hände an ein ganz besonderes Erlebnis in ihrem Leben zu erinnern, das sie mit ihren Händen assoziieren.

Reihum teilten sich Einzelne spontan mit und erzählten, welche Bedeutung für sie bestimmte Handlungen und Tätigkeiten bspw. in ihrer Kindheit und Jugend in Verbindung mit ihren Händen haben und woran sie sich so gerne erinnern.

Beim diesem Austausch entstand in der kleinen Gemeinschaft eine vertrauensvolle Atmosphäre, man fand sich beim Zuhören selbst wieder und konnte die ein oder andere Erinnerung an Begebenheiten und Erlebnisse miteinander teilen.

Emotionale Momente gab es zuweilen, als Sabine Englert dazu ermutigte, sich bei der Erinnerung an verstorbene nahestehende Angehörige besondere Erlebnisse im Zusammenhang mit deren Händen ins Bewusstsein zu rufen und was sie hierbei besonders vermissen.

Die Hände der verstorbenen Familien-mitglieder erzählten von Arbeit, von Gefühlen, vom Festhalten und vom Loslassen.

Es waren bewegende, eindrucksvolle Geschichten, welche die anwesenden Menschen miteinander teilten und auf sich wirken ließen.

Am Ende nahm sich Jede*r einen Handschmeichler mit – in Erinnerung an diese intensiv erlebte gemeinsame Zeit unter dem Kronendach der alten Buchen im RuheForst® Wilgartswiesen, durch deren Laub ein leichter Wind strich und der Pavillon von der warmen frühabendlichen Spätsommersonne in ein stimmungsvolles Licht getaucht wurde.